Was ist Nagelpilz (Onychomykose)?
Nagelpilz ist eine weit verbreitete Pilzinfektion, die sowohl Finger- als auch Zehennägel befallen kann. Verursacht wird sie meist durch sogenannte Dermatophyten, seltener auch durch Hefepilze oder Schimmelpilze.[1] Die Infektion beginnt oft an einem kleinen Bereich des Nagels, kann sich aber schnell ausbreiten und unbehandelt sogar die komplette Nagelplatte zerstören. Häufig sind die Fußnägel betroffen – aber auch die Fingernägel können von Nagelpilz befallen werden. Nagelpilz geht oft aus einem unbehandelten Fußpilz hervor – die Erreger breiten sich dabei von der Haut auf den Nagel aus.[1] Fußpilz behandeln ist daher ein wichtiger Schritt, um das Risiko einer Ausbreitung auf die Nägel zu verringern. Besonders das Nagelbett kann von der Infektion betroffen sein, was zu Schmerzen und weiteren Komplikationen führen kann. Eine regelmäßige Pflege und frühzeitige Behandlung sind daher besonders wichtig, um eine Ausbreitung auf das Nagelbett zu verhindern.
Onychomykose ist der medizinische Name für Nagelpilz. Häufigster Erreger ist der Hautpilz Trichophyton rubrum.[1]
Wie viele Menschen sind betroffen?
Etwa 12 % der Bevölkerung in Deutschland sind von Nagelpilz betroffen.[2] Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko: Besonders Menschen über 60 sind betroffen. Auch chronische Erkrankungen wie Diabetes oder ein geschwächtes Immunsystem erhöhen die Anfälligkeit.
12,4 % betrug der Anteil Betroffener in einer bevölkerungsbezogenen Untersuchung in Deutschland.[2]
Ursachen & Risikofaktoren für eine Nagelpilzinfektion
- Barfußgehen in öffentlichen Duschen oder Umkleiden
- Enge, nicht atmungsaktive Schuhe
- Schwitzen und feucht-warme Milieus
- Kleine Verletzungen an den Nägeln oder der Haut
- Durchblutungsstörungen oder geschwächtes Immunsystem
So erkennen Sie Nagelpilz
Typische Symptome
- Weiß-gelbliche bis bräunliche Verfärbung des Nagels
- Verdickte, brüchige oder splittrige Nagelplatte
- Abgelöste oder verformte Nagelbereiche
- Raue Oberfläche, oft beginnt der Befall am vorderen oder seitlichen Nagelrand
Formen des Nagelpilzes – einfach erklärt
Nagelpilz kann sich in verschiedenen Formen äußern. Diese zu erkennen, hilft bei der gezielten Behandlung:
Klassischer Nagelrandbefall
Der Pilz beginnt an der Nagelspitze oder am seitlichen Rand und breitet sich langsam zur Nagelwurzel hin aus. Dies ist die häufigste Form.
Weiße Flecken auf der Nageloberfläche
Diese oberflächliche Form zeigt sich durch milchig-weiße Stellen. Sie ist meist weniger tief und kann leichter behandelt werden.
Befall von innen heraus
Seltener tritt der Pilz von der Nagelwurzel aus auf – vor allem bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem.
Vollständiger Nagelbefall
In fortgeschrittenem Stadium wird der ganze Nagel brüchig, dick und verfärbt. Die Struktur der Nagelplatte ist dabei oft stark zerstört.
Warum sollte der Nagelpilz behandelt werden?
Unbehandelt kann sich der Pilz ausbreiten, nicht nur auf andere Nägel, sondern auch auf die Haut oder andere Personen. Zudem ist die Infektion ansteckend, belastend und langfristig schwerer zu behandeln. Eine frühzeitige Therapie schont die gesunde Nagelsubstanz.
Behandlung von Nagelpilz: Was hilft wirklich?
Äußerliche Behandlung (z. B. Lacke, Cremes, Sprays)
Farblose Nagellacke mit dem Wirkstoff Ciclopirox oder Amorolfin dringen in die Nagelplatte ein und bekämpfen die Erreger direkt.[1] Die Anwendung muss konsequent über Wochen oder Monate erfolgen. Diese Produkte sind in der Apotheke erhältlich.
Hausmittel als begleitende Maßnahme
- Apfelessig-Fußbäder
- Teebaumöl (punktuell aufgetragen)
- Kokosöl mit ätherischen Ölen
Hinweis: Hausmittel ersetzen keine medizinisch wirksame Therapie.
Innerliche Therapie bei schwerem Befall
In schweren Fällen kommen Antimykotika als Tabletten zum Einsatz (z. B. Terbinafin, Itraconazol).[1] Diese Produkte sind verschreibungspflichtig, ausschließlich in der Apotheke erhältlich und können mit Nebenwirkungen einhergehen.
Kombinationstherapie
Oft ist eine Kombination aus innerlicher und äußerlicher Behandlung besonders wirksam.[1]
Bei starkem Befall, Schmerzen, Diabetes oder Durchblutungsstörungen sollte die Behandlung ärztlich begleitet werden.
DMSO, Grapefruitkernextrakt & Co. – kurz erklärt
Rund um Nagelpilz wird häufig nach diesen Stoffen gesucht. Hier die wichtigsten Fakten im Überblick.
DMSO (Dimethylsulfoxid)
DMSO ist ein organisches Lösungsmittel, das aus Holz gewonnen wird und pflanzliche Inhaltsstoffe sehr gut löst. In DMSO gelöste Stoffe können die Haut schnell durchdringen; deshalb wird es gern als Träger für Pflanzenauszüge genutzt. Als Arzneimittel zur Behandlung von Nagelpilz ist DMSO nicht zugelassen.
Grapefruitkernextrakt
Der Extrakt entsteht aus den zermahlenen Kernen und Schalen der Grapefruit und wird häufig in pflanzlichem Glycerin gelöst. Die enthaltenen Bioflavonoide dienen der Pflanze als natürlicher Schutz. Grapefruitkernextrakt ist ein beliebter Bestandteil pflanzenbasierter Haut- und Nagelpflege.
Pflanzliches Glycerin
Glycerin wird häufig als Träger für Pflanzenauszüge verwendet, zum Beispiel für Grapefruitkernextrakt. Es ist mild, alkoholfrei und in vielen Pflegeprodukten enthalten.
FAQ – Häufige Fragen zum Thema Nagelpilz behandeln
Wie kann ich Nagelpilz am schnellsten loswerden?
Durch eine frühzeitige, konsequente Behandlung mit Antimykotika oder Nagellack sowie begleitende Pflegeprodukte.
Was ist das effektivste Mittel gegen Nagelpilz?
Als Standard gelten wirkstoffhaltige Nagellacke mit Ciclopirox oder Amorolfin, bei starkem Befall zusätzlich Tabletten mit Antimykotika wie Terbinafin – oft in Kombination. Viele Betroffene wünschen sich zusätzlich eine möglichst natürliche, begleitende Pflege. Sollte sich der Zustand trotz konsequenter Pflege nicht bessern oder ist der Befall bereits stark ausgeprägt, sollte ärztlicher oder therapeutischer Rat eingeholt werden.
Hilft DMSO gegen Nagelpilz?
DMSO ist ein organisches Lösungsmittel, das gern als Träger für Pflanzenauszüge genutzt wird. Als Arzneimittel zur Behandlung von Nagelpilz ist es nicht zugelassen. Wer DMSO-haltige Pflegeprodukte verwenden möchte, sollte das bei einer bestehenden Nagelpilzinfektion ärztlich abklären.
Was ist Grapefruitkernextrakt?
Ein Extrakt aus den zermahlenen Kernen und Schalen der Grapefruit, häufig in pflanzlichem Glycerin gelöst. Er ist ein beliebter Bestandteil pflanzenbasierter Haut- und Nagelpflege, ersetzt aber keine medizinische Behandlung.
Wie lange dauert die Behandlung?
Mehrere Wochen bis Monate, je nach Befall. Wichtig: Die Therapie ist erst abgeschlossen, wenn der gesunde Nagel komplett nachgewachsen ist.
Ist Nagelpilz ansteckend?
Ja. Besonders über gemeinsam genutzte Böden, Schuhe oder Handtücher.
Was kann ich bei Nagelpilz am großen Zeh tun?
Die gleiche Behandlung wie bei anderen Nägeln anwenden. Große Zehen sind häufig besonders betroffen und sollten frühzeitig therapiert werden.
Was darf man bei Nagelpilz nicht machen?
Nicht einfach abwarten oder kosmetisch überlackieren. Nicht behandeln erhöht das Risiko der Ausbreitung.
- Deutsche Dermatologische Gesellschaft u. a.: S1-Leitlinie Onychomykose (AWMF-Register 013-003), 2022. register.awmf.org
- Der Hautarzt (Springer), 2011: Onychomykose – Foot-Check-Studie im Rahmen des Achilles-Projekts. link.springer.com
Abb. 1: Noah Buscher / Unsplash
Stand: Oktober 2026. Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung oder Behandlung.
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